Alle Veranstaltungen finden jeweils um 18.00 Uhr in der Universität Mainz, Institut für Informatik, Staudingerweg 9, Gebäude 2413, 5. Stock, Raum 514, statt.
Interessenten sind herzlich willkommen!
Multimedia im Südwestfunk
Rainer Scheuffele, Internet Beauftragter des SWF-Landesfunkhauses, Mainz:
Im November 1995 ist das SWF-Landesfunkhaus Mainz als erstes Landesfunkhaus der ARD ins World Wide Web eingestiegen. Aus damals 15 Seiten, die in Zusammenarbeit mit der Universität Kaiserslautern ins Netz gestellt wurden, hat sich ein umfangreiches Angebot entwickelt. Dabei stehen Programmbegleitung, Information, Unterhaltung und Kommunikation mit den Zuhörern und Zuschauern in Rheinland-Pfalz im Vordergrund.
Neben dem Internet-Angebot des SWF-Landesfunkhauses werden auch eine Multimedia-Präsentation des Landesfunkhauses und die CD-ROM "50 Jahre Rheinland-Pfalz" vorgestellt. Auch beim Videotext gibt es mit "Higher Level Teletext", Online-Angeboten und Electronic Program Guide (EPG) neue Entwicklungen.
Die voranschreitende Digitalisierung der Produktions- und Übertragungsverfahren verändert die Arbeits-, Produktions- und Verteilungsprozesse sowie die Empfangsmöglichkeiten. Die klassischen Medien Fernsehen und Rundfunkfunk werden mit DVB, DAB, Web-TV/Intercast und Internet zusammenwachsen und neue Dialogmöglichkeiten mit den Zuhörern/Zuschauern eröffnen.
Hörfunk- und Fernsehanbieter, wie der künftige SWR, haben in der globalen neuen Medienwelt fürs Erste noch einen Vorteil: Den direkten Zugriff auf die orginäre Medienleistung und vernetzte Archivdatenbanken (in der ARD allein über 1.000 Datenbanken mit mehr als elf Millionen Dokumenten). Die neuen medialen Plattformen eröffnen Möglichkeiten, die der SWR wahrnehmen muß, wenn er im Wettbewerb nicht scheitern will.
Rückblick
Die klassischen Medien Hörfunk und Fernsehen befinden sich gerade jetzt in einem völligen Umbruch, der durch die Digitalisierung geprägt wird. Produktions- und Übertragungsverfahren werden digital und verändern Arbeits- und Verteilungsprozesse sowie Empfangsmöglichkeiten.
Rainer Scheuffele, Internet-Beauftragter des SWF-Landesfunkhauses Mainz, erläuterte in seinem Vortrag am 27. Januar die Konsequenzen auf Arbeitsplätze, Arbeitsabläufe und Organisation sowie neue Ausspielwege wie ADR (Astra Digital Radio) und digitales Fernsehen mit seinen interaktiven Möglichkeiten (Spartenprogramme, Video on demand, Pay TV).
Analog- und Digitaltechnik überlappen sich derzeit. Diese Übergangsphase wird auf Seiten der Rundfunkanstalten nur von kurzer Dauer sein. Technische Probleme sind gelöst oder stehen kurz vor der Lösung. Auf Seiten der Zuhörer und Zuschauer wird das analoge Zeitalter noch nicht so schnell zu Ende gehen. Hier kann von einem Zeitraum von rund 15 Jahren ausgegangen werden.
Die Auswirkungen sind aber schon heute deutlich zu spüren. Der Anspruch an ein Medienunternehmen wird umfangreicher und gleichzeitig differenzierter. Programmbegleitung, Zusatzinformationen und Service werden noch stärker an Bedeutung gewinnen. Dies gilt für neue Ausspielwege wie das Internet oder althergebrachte wie den Fernsehtext gleichermaßen.
Neben dem Südwest-Text, dem gemeinsamen Fernsehtext von SDR und SWF (künftig SWR), der zur Zeit täglich von mehr als 700.000 Zuschauern genutzt wird, präsentierte Rainer Scheuffele das Internet-Angebot des SWF-Landesfunkhauses (http://www.swf.de/mz), das SWF-Kindernetz (http://www.kindernetz.de), eine Multimediapräsentation des SWF Landesfunkhauses Rheinland-Pfalz und die CD-ROM "50 Jahre Rheinland-Pfalz" (zu beziehen bei Landeszentrale für politische Bildung).
Stirbt die CD-ROM?
Welche Veränderungen sind aufgrund von Online-Angebote zu erwarten.
Herr Volker Tietgens
Concept! Gesellschaft
für Multimedia und EDV-Anwendungen mbH, Wiesbaden
Diese Frage möchte der Geschäftsführer der Concept! GmbH, Volker Tietgens, in seinem Vortrag beleuchten. Eine fundierte Ausgangsbasis stellen dabei die von der Gesellschaft Concept! durchgeführten CD-ROM Produktionen für staatliche Institutionen und private Unternehmen dar.
Auf die Einsatzgebiete der Neuen Medien, wie Präsentation, Beratung, Verkauf, Schulung und Information wird eingegangen. Die Stärken und die Schwächen der zum Einsatz kommenden Medienträger wie Festplatte, CD-ROM, Internet und Intranet werden anhand einiger Beispiele diskutiert. Inwieweit der Trend zu Online-Publikationen bereits fortgeschritten ist wird untersucht und die Kombination CD-ROM mit Online-Anschluß vorgestellt.
Mit einem Ausblick in die Zukunft sollen abschließend die zu erwartenden Veränderungen aufgezeigt und versucht werden, die eingangs gestellte Frage zu beantworten.
Rückblick
In der Veranstaltung am 17. Februar diskutierte Volker Tietgens, Geschäftsführer der Concept! GmbH, Wiesbaden, die Frage: "Stirbt die CD-ROM?” Zunächst ging Herr Tietgens auf die bevorzugte Einsatzgebiete von Multimedia ein. Im Anschluß stellte er die Trägermedien für Multimedia-Anwendungen (Festplatte, Diskette, CD-ROM sowie die Netze Intra-, Extra- und Internet) vor und legte die Vor- und Nachteile dar.
Bei der CD-ROM ist vorteilhaft, daß sie bei hoher Speicherdichte gleichzeitig einen schnellen Zugriff bietet. Weiterhin führen Gestaltungsfreiheit und Medienvielfalt zu einer weiten Verbreitung. Von Nachteil ist, daß die Verteilung einer CD-ROM eingeschränkt ist und keine Individualisierung ermöglicht. Mit der Aktualisierung, die nur durch Austausch erfolgen kann, muß gleichzeitig die Entsorgung berücksichtigt werden. Als weiterer Nachteil ist der fehlende Kommunikationskanal zu nennen.
Dagegen kann mit dem Internet eine hohe Aktualität, eine direkte, zeitnahe Kommunikation und eine weltweite Verfügbarkeit erzielt werden. Weiterhin sind ein kostengünstiger Einstieg und individualisierte Angebote möglich. Nachteile sind derzeit noch die verhältnismäßig geringe Verbreitung, die geringe Zugriffsgeschwindigkeit und die daraus mit resultierende fehlende Medienvielfalt und Gestaltungsmöglichkeit. Weiterhin bedarf es bei Online-Angeboten einer intensiven Werbung.
Aus der Gegenüberstellung ergibt sich, daß durch eine Kombination der Trägermedien CD-ROM und Online derzeit ein Optimum zu erreichen ist. Z.B. ist auf der CD-ROM Brokerage der Bank24 ein Portfolio mit 700 Kursen verfügbar. Aktuelle Kursverläufe werden durch ein integrierbares Online-Angebot ergänzt.
Zum Abschluß kam Herr Tietgens zu dem Ergebnis, daß die CD-ROM bzw. sein Nachfolger, die DVD, für Multimedia-Angebote auch in Zukunft ein geeigneter Medienträger ist.
Signaturgesetz
Friedrich Novotny und Hans-Joachim Pelka,
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Mainz
Mit dem Signaturgesetz soll langfristig die digitale Signatur den gleichen
Stellenwert erhalten wie eine Unterschrift. Über die Grundlagen und
Tendenzen wird berichtet.
Weitere Information: Informations- und Kommunikationsgesetz
Der Inhalt, die Notwendigkeit und die Umsetzung des Signaturgesetzes wird in Fachkreisen zum Teil heftig diskutiert. Vergleichbare Anwendungen werden bereits angeboten und im Internet genutzt.
Die Entwicklung der Datenübertragungsnetze und die Notwendigkeit vertrauenswürdiger Kommunikation in offenen Übertragungsnetzen wird anhand von Beispielen erörtert. In den Beispielen werden bereits realisierte Anwendungsgebiete vorgestellt.
Abschließend soll die Tendenz bei der Entwicklung der digitalen Signatur zum gleichen Stellenwert gegenüber der handschriftlichen Unterschrift aufgezeigt werden. Welche Anwendungsbereiche kann der Gesetzgeber anbieten, um diese Tendenz zu unterstützen? Wie sieht die geplante zeitliche Entwicklung aus?
Bei dem Vortrag soll auf folgende Stichpunkte eingegangen werden:
Grundlagen
- Grundsätzliche Fragen
Warum wird die digitale Signatur benötigt?
- Entwicklung der Datenübertragungsnetze
- Datensicherheit
Was kann die digitale Signatur leisten?
- Authentizität
- Integrität
Gesetzliche Grundlagen
- Struktur der Zertifizierungsstellen nach dem Signaturgesetz
- realisierte Anwendungen
Sichere digitale Kommunikation
- E-Mail
- Zugriff auf Arbeitsplätze von der Ferne
- durch Außendienstkräfte, Dienst- bzw. Geschäftsreisende
- Telearbeitsplätze
- Elektronischer Handel
- Dienstleistungen
- Zukünftige Entwicklung
Gleichberechtigte Einstufung digitale und handschriftliche Unterschrift
Zukünftige Anwendungsbereiche
- Kommunikation mit Behörden (z.B. Meldeämter, Finanzämter)
Zeithorizont
- Entwicklungsphase
- Evaluierungsphase
- Endgültige Einführung
Rückblick
In der Veranstaltung am 31. März stellte Friedrich Novotny, Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post(RegTP), Mainz, die Auswirkungen des Signaturgesetzes vor. Die gesetzliche Grundlage dieses Gesetzes ist im Artikel 3 des Informations- und Kommunikationsdienste-Gesetz begründet, das zum 1. August 1997 in Kraft getreten ist. Für die Umsetzung ist die Regulierungsbehörde zuständig, die dem Wirtschaftsministerium zugeordnet ist.
Die Unterschrift gilt bei Dokumenten in Papierform als Authentizitätsbeweis, die Integrität kann meist nur durch aufwendige manuelle Prüfung des Dokuments sichergestellt werden. Mit der digitalen Signatur sollen Authentizität und Integrität von digitalen Dokumenten sichergestellt werden. Damit wird für digitale Dokumente eine zumindest als gleichwertig einzustufende Echtheitsgarantie, wie bei Dokumenten in Papierform, erreicht.
Zur Vergabe digitaler Signaturen bedarf es der Einrichtung sogenannter Trust Center. Die Regulierungsbehörde richtet derzeit in Mainz ein solches Trust Center ein. Die Fertigstellung ist für den 23.9.98 terminiert. Dort sollen insbesondere die regional angesiedelten Trust Center privater Unternehmen (z.B. Telekom und Debis) zertifiziert werden. Diese Unternehmen erstellen dann für Ihre Kunden die digitalen Signaturen und geben diese in Form einer Chipkarte aus. An die Trust Center werden sehr hohe sicherheitstechnische Anforderungen gestellt. Auch sieht die Signaturverordnung vor, daß Signaturen nur an natürliche Personen, nicht an juristische Personen, ausgegeben werden dürfen. Die Identität soll bei der Beantragung über den Personalausweis sichergestellt werden.
Es bedarf noch diverser Gesetzesänderungen, um mit der digitalen Signatur den gleichen Stellenwert, wie bei einer Unterschrift, zu erreichen. Einsatzgebiete gibt es dann in vielfältiger Weise, insbesondere im Bereich der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitswesen, aber auch in der Industrie, bei Banken und im Handel ist diese Signatur rechtsverbindlich nutzbar. Hier sind derzeit auch konkurriende Verfahren in Erprobung. International nimmt Deutschland mit dem Signaturgesetz eine Vorreiterrolle ein.
Copyright Protection für Multimediale Daten
Dr. Christoph Busch,
Fraunhofer Institut Graphische Datenverarbeitung (IGD), Darmstadt
Zum Schutz der Urheberrechte an digitalen Dokumenten sind aufgrund der
einfachen Erstellung identischer Kopien spezielle steganographische Verfahren
notwendig. Mit dieser Technik werden sogenannte Wasserzeichen unsichtbar
in die Daten eingebracht.
Das IGD gehört weltweit zu den führenden Anbietern solcher Verfahren.
Rückblick
Die zunehmende Bereitstellung und der Vertrieb von multimedialen Daten über das WorldWideWeb bedingt zwangsläufig auch die Frage nach einer Absicherung der Urheberrechte an multimedialen Daten. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, daß durch die digitale Repräsentation von "persönlichen geistigen Schöpfungen" im Sinne des Urhebergesetzes (UrhG) Original und Kopie eines multimedialen Werkes (Bild, Video, Audio etc.) nicht zu unterscheiden sind. Ein umfassender Ansatz zum technischen Schutz des Urheberrechtes darf sich zur Lösung dieser Problematik dabei nicht auf die reine Zugangskontrolle beschränken, worunter im weitesten Sinne neben der Authentifikation der Nutzer auch die sichere Übertragung von Dokumenten vom Informationsanbieter (Provider) zum Nutzer verstanden werden kann. Vielmehr ist es erforderlich, Maßnahmen zu ergreifen, die einen möglichen Mißbrauch der Daten durch den Nutzer aufdecken können. Darunter fällt beispielsweise die unberechtigte Redistribution von Daten, die gegebenenfalls im Widerspruch zu den eingeräumten Nutzungsrechten steht.
Zum Nachweis des Datenmißbrauchs ist es notwendig, Daten beim kommerziellen Vertrieb mit der Identität des Urhebers und der Identität des Käufers zu markieren. Der Vortrag betrachtete neben den konventionellen Verfahren (Logos, Labeling, etc.) zur Markierung von multimedialen Daten, Neuentwicklungen aus dem Bereich der steganographischen Verfahren. Mit dieser Technik werden sogenannte digitale Wasserzeichen als unsichtbare (unhörbare) Markierungen in die Daten selbst eingebracht. Ein Wasserzeichen muß dabei neben der Anforderung der Nicht-Wahrnehmbarkeit ferner robust gegen Manipulationen (z.B. Bildverarbeitungs-Operationen) und verlustbehaftete Kompression sein.
Das System SysCoP (System for Copyright Protection), das am Fraunhofer-Institut
für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt entwickelt wurde, ist
eine derartige Technologie zur robusten Markierung von Bild, Video- und
Audiodaten, wobei die mit diesem System eingebrachten Wasserzeichen beispielsweise
auch die Prozeß-Kette Ausdrucken und Einscannen überstehen können.
Herr Dr. Busch schilderte abschließend Anwendungsprojekte aus
den Bereichen digitale Brokering-Architektur für den Vertrieb von
Bildern sowie den Einsatz von Wasserzeichen im digitalen Video Broadcasting.
Weitere Informationen zu dem Themenkreis sind erhältlich beim:
Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung
Dr. Christoph Busch
Rundeturmstr. 6
64283 Darmstadt
Tel:06151-155147
Email:busch@igd.fhg.de
http://www.igd.fhg.de/www/igd-a8/
Forum Info 2000
Werner B. Korte, empirica, Bonn
Multimedia im Gespräch - Leben und Arbeiten in der Informationsgesellschaft
Eine Initiative der Bundesregierung
Das Forum Info 2000 "Gesellschaftliche und kulturelle Herausforderung der Informationsgesellschaft" ist eine Initiative der Bundesregierung; die von dem Bundesminister für Wirtschaft und dem Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie getragen wird. Das Forum wird unterstützt von über 180 Verbänden, Organisationen und Unternehmen, die wesentliche wirtschaftliche, gesellschaftliche, soziale und kulturelle Gruppierungen repräsentieren. Das Forum soll eine breit angelegte gesellschaftliche Diskussion zum Thema Informationsgesellschaft initiieren, um das Bewußtsein über die Chancen dieser Entwicklungen zu verbessern sowie zur Vermeidung von Risiken beizutragen. Dabei steht die Erarbeitung, öffentliche Präsentation und Diskussion von themenbezogenen "Leitbildern" im Vordergrund; hier werden zentrale Lebensbereiche aller Bürger angesprochen. - Mit der organisatorischen und inhaltlichen Durchführung des Forums wurde die empirica Gesellschaft für Kommunikations- und Technologieforschung mbH, Bonn, betraut, wo eine eigenständige Geschäftsstelle eingerichtet wurde.
Der offizielle Start des Forum Info 200 war im Oktober 1996 und ist als Initiative bis zum September 1998 befristet. Als tragendes Element des Forum-Konzepts wurden folgende 10 Arbeitsgruppen konstituiert.
- Arbeiten in der Informationsgesellschaft (Beschäftigung, Arbeitsplätze,
neue Arbeitsformen, neue Berufe)
- Telematik-Einsatz und Electronic Commerce im Mittelstand
- Nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz durch Telematik-Anwendungen
- Herausforderungen der Informationsgesellschaft für die Bildung /
Medienkompetenz
- Senioren in der Informationsgesellschaft
- Multimedia in Städten und Regionen
- Telematikanwendungen im Gesundheitswesen
- Kunst und Kultur in der Informationsgesellschaft
- Frauen in der Informationsgesellschaft
- Sicherheitsbewußtsein in der Informationsgesellschaft
Ein solches Unterfangen wurde vorher weltweit noch von niemanden in Angriff genommen. Über die Erfahrungen und Ergebnisse des Forums berichtet Werner B. Korte.
Rückblick
In der Veranstaltung am 26. Mai berichtete Werner B. Korte, empirica Bonn, über das Forum Info 2000. Konstitutives Element und Grundlage der Aktivitäten im Forum ist die Mitwirkung von über 180 Spitzenvertretern der wichtigsten gesellschaftlichen Gruppen Deutschlands; als Träger haben sie eine zentrale Rolle im Rahmen des Forums übernommen. Die bis September 98 befristete zweijährige Inititave hat erstaunliche Ergebnisse vorzuweisen. Zu Beginn der Initiative im Jahr 1996 hatten viele Träger nur vage Vorstellungen über die Möglichkeiten der Informationstechnologie in der Wissensgesellschaft. Jedoch war die Motivation vieler gesellschaftlicher Gruppen sehr hoch, an der Initiative mitzuwirken, so daß sich die Anzahl der ursprünglich anvisierten Träger fast verdoppelte. Aufgrund der erfreulichen Resonanz betrat das mit der Organisation betraute Beratungsunternehmen empirica in vielen Fällen Neuland. Ein solch innovatives, hochkomplexes und politisch sensitives Projekt erforderte in hohem Maße eine große Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und "Learning by doing" von allen Teilnehmern.
Im Forum wurden 10 Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten eingerichtet. Nach einer Zieldefinition führten die AGs eine Bestandsaufnahme mit innovativen Beispielen von IuK-technischen Anwendungen durch. Leitbilder wurden entwickelt und Wettbewerbe ausgeschrieben sowie Klausurtagungen durchgeführt. Die Ergebnisse jeder AG werden auf größeren Veranstaltungen vorgestellt und in speziell hierfür erarbeiteten Broschüren veröffentlicht. Zusammenfassend kann die bisherige Erfahrung wie folgt ausgedrückt werden: Das Forum Info 2000 ist eine Zukunftswerkstatt, die ihresgleichen sucht. Inzwischen ist das Forum Info 2000 ein Vorbild dafür, wie Dialog und politische Mitwirkung in einer pluralistischen Demokratie gefördert und fruchtbar gemacht werden kann. Es zeichnet sich ab, daß die Aktivitäten des Forums so erfolgreich sind, daß sie in der ein oder anderen Form weitergeführt werden. Nähere Informationen sind im Internet unter www.Forum-Info2000.de abrufbar.
Alea, ein Lernprogramm zur Quantenmechanik
Ulrike Burkard und Michael Wünstel,
Johannes Gutenberg-Universitaet Mainz
Mit diesem Beitrag habe die Referenten die nationale Entscheidung des Wettbewerbs für europäische Bildungssoftware und Multimedia gewonnen.
Wohl kaum ein anderes Themengebiet im Physikunterricht ist so schwer zu vermitteln wie die Quantenphysik. Zum einen gibt es nur wenige in der Schule durchführbare Realexperimente, zum anderen fehlen zu einer quantenmechanischen Behandlung die mathematischen Voraussetzungen. Folge dieser Problematik ist letztlich, daß viele Schüler quantenphysikalische Phänomene nicht richtig verstehen und somit eine deterministische Weltsicht unterstützt wird.
Im Programmpaket Alea wurde deshalb versucht, in der Schule nicht durchführbare Experimente zu simulieren und sonst nur schwer vermittelbare mathematische Zusammenhänge graphisch zu veranschaulichen. Das Programm entstand im Rahmen der Examensarbeiten der Referenten im Fach Physik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. In der Abteilung Physikalisches Praktikum für Lehramtskandidaten sind bereits andere Lernprogramme für die Schule entwickelt worden.
Mit dem Programm Alea haben die Referenten die nationale Entscheidung des Wettbewerbs für europäische Bildungssoftware und Multimedia gewonnen. Weitere Informationen zum Programm können im Internet unter http://www.uni-mainz.de/~burku000/Alea.html eingesehen werden.
Rückblick
In der letzten Veranstaltung vor der Sommerpause, am 30. Juni berichteten Ulrike Burkard und Michael Wünstel über das von ihnen entwickelte Programm Alea, ein Programm zur Quantenmechanik. Zunächst gingen sie auf die Probleme des Unterrichtens von Quantenphysik in der Schule ein: Ein grundlegendes Problem besteht darin, daß eine physikalisch korrekte, quantenmechanische Behandlung in der Schule bisher an dem dafür notwendigen mathematischen Rüstzeug scheiterte. Da es in diesem speziellen Bereich zudem an geeigneten Realexperimenten fehlt, besteht die Gefahr, daß entweder klassische Vorstellungsweisen zur Erklärung quantenphysikalischer Phänomene herangezogen werden oder im anderen Fall sehr lange und zudem unzulässig vereinfachende mathematische Herleitungen die eigentliche Physik begraben.
Anschließend berichteten sie darüber, welche Folgerungen sie daraus und aus der Untersuchung bestehender Programme für ihr Lernprogramm gezogen haben. Mit diesem Programm soll es möglich werden, obige Probleme beim Unterrichten von Quantenphysik zu lösen. Anschließend stellten sie die einzelnen Programmteile von Alea, beginnend mit der Hinführung zum Begriff Wellenfunktion vor. Weitere Programmteile beschäftigen sich mit den Wellenpaketen und ihren Eigenschaften sowie mit stationären Zuständen in verschiedenen Potentialtöpfen. Damit ist es z.B. möglich, das Entstehen von Energiebändern zu veranschaulichen.Das Programm, mit dem die Autoren die nationale Entscheidung des europäischen Wettbewerbs für Bildungssoftware und Multimedia gewonnen haben, ist beim Ernst Klett-Verlag erhältlich. Weitere Informationen zu dem Programm finden sie im Internet unter http://www.uni-mainz.de/~burku000/Alea.html
Speichertechnologie und -herstellung im globalen Wettbewerb
Klaus Wattrodt, IBM Speichersysteme, Mainz:
Rund um den Magnetplattenspeicher.
Seit der Einführung elektromechanischer Speicher vor etwa 40 Jahren,
hat sich deren prinzipielle Funktionweise nicht wesentlich geändert.
Durch die technischen Weiterentwicklung in der Herstellung, die Miniaturisierung,
den Einsatz neuer physikalischer Effekte bei der Zeichenerkennung und neue
Datendekoder sind Magnetplattenspeicher zu einem Hochtechnologieprodukt
weiterentwickelt worden.
Die Produktzeit am Markt beträgt heute ca. 6 bis max.18 Monate und erfordert eine hohe Innovationsgeschwindigkeit und Flexibilitaet bei Forschung und Entwicklung, sowie in der Produktion. Für eine erfolgreiche Produktion in Deutschland ist eine Konzentration auf den Technologieanteil notwendig. Durch den rapiden Preisverfall - ca.50% pro Jahr- muß auf automatisierte Fertigung mit hohem Durchsatz gesetzt werden. Montage und Testvorgänge müssen, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, ausgelagert werden.
Rückblick
In der Veranstaltung am 20.10.1998 berichtete Klaus Wattrodt, IBM Spei-chersysteme über die Entwicklung und die Herstellung von Magnetplattenspeichern im globalen Wettbewerb. Herr Wattrodt zei- gte die rasante Entwicklung der Speichertechnologie in den zurück- liegenden 40 Jahren auf. So hatte 1956 eine 24´´ Festplatte eine Kapazität von 5.000.000 Characters bei einer Flächendichte von 2.000 Bits/sqinch, wogegen heute eine 2,5´´ Festplatte eine Kapa- zität bis zu 8 GByte bei einer Flächendichte von 4,1 Gbits/sqinch besitzt. Dabei konnte der Preis von 10.000 $/Mbyte auf weniger als 0,20$/Mbyte gesenkt werden. Die Entwicklung führt dazu, daß die gleiche Speicherkapazität bei immer kleineren Bauformen erreicht wird. So ist derzeit von IBM ein Microdrive angekündigt, das bei einem Durchmesser von etwa 1 DM-Münze eine Kapazität von 340 MB besitzt. Solche Laufwerke können beispielsweise in digitalen Foto- kameras zur kostengünstigen Speicherung von Bildern zum Einsatz kommen. Jedoch zeichnet sich in etwa 5 Jahren ein Ende der Mini- aturisierung von Magnetplattenspeichern ab, da dann die magne- tisierten Kristalle so nahe beieinander liegen werden, daß eine Selbstauslöschung - die heute erst nach einigen Jahren festzu- stellen ist - bereits nach einigen Minuten eintritt. Die Entwick- lung von alternativen Speichermedien ist deshalb notwendig. Erste Prototypen, z.B. holographische Speichersysteme, sind bereits ver- fügbar, deren Herstellungskosten noch wesentlich höher liegen, als die von magnetischen Festplatten.
Nicht nur die permanente Weiterentwicklung der Magnetplatten-Tech- nologie stellt eine Herausforderung dar, sondern die Strategie zur Massenproduktion des Hightechprodukts unter globalen Wettbewerbs- bedingungen stellt ein zumindest gleichgroßes Problem dar. Bei IBM ist deshalb seit einigen Jahren die Entwicklung und Fertigung in weltweiter Arbeitsteilung organisiert. Das Entwicklungszentrum be- findet sich in den USA (San Jose), das Werk Speichersysteme in Mainz ist zuständig für die Fertigung in Europa. Hier werden die Hochtechnologieprozesse Beschichtung der Dünnfilm-Magnetplatten und Herstellung des magneto-resistiven Schreib-/Lesekopfs produ- ziert. Der Einbau und der Test der fertigen Festplatten erfolgt in Ländern mit niedrigeren Löhnen, wie Ungarn (Szekesfehervar), und neuerdings in Irland (Dublin). Im Pazifischen Raum ist die Ferti- gung ebenso aufgeteilt. Einen umfangreichen Einblick in die Ferti- gung erhielt der Arbeitskreis am 24.11.98 im Werk Mainz. Die IBM Speichersysteme in Mainz hat die weltweite Verantwortung für Speichersysteme von IBM.
Die weltweiten Kapazitäten zur Fertigung von Festplatten aller Hersteller verteilen sich auf die USA mit 1 Million, Europa mit 8 Millionen, Pazifischer Raum mit 122 Millionen Festplatten pro Jahr.
Exkursion zur Firma IBM Speichersysteme, Mainz.
- Vorstellung des Werkes Mainz der IBM
- Videofilm über die Herstellung der Speicherprodukte in den Reinräumen
des Werkes Mainz
- Begehung der Fertigung mit Erläuterungen
Wir bitten um möglichst baldige Anmeldung bei den Organisatoren:
Johann Trümper, Marketing IMPTEL Telearbeit und REFA-Verband, Darmstadt
Telearbeit als Produktivitäts- und Wettbewerbsfaktor kleiner
und mittlerer Unternehmen.
- verbesserte Produktivität in der Wertkette
- Flexibilität am Kunden
- Virtualisierung als notwendiger Prozeß
- ergebnisorientiertes Arbeiten
- die lernende Organisation
Am Beispiel einzelner Teile der Wertkette wird die Produktivitätsverbesserung in ihrem qualitativen und quantativen Aspekt durch Telearbeit erläutert und mit praktischen Beispielen untermauert, woran sich die Darlegung der inhaltlichen und organisatorischen Flexibilität in der Arbeitsform der alternierenden Telearbeit und der zwingenden Umsetzung des Managementinstruments 'Führen durch Ziele' anschließt. Das allmähliche Hineinwachsen in die neuen virtualisierten Arbeitsformen wird als der USP mit den Lernmodulen und der strukturierten Analyse von IMPTEL erläutert. Grundlage für die lernende Organisation ist der dauernde ergebnisorientierte Kommunikationsprozeß in der alternierenden Telearbeit, was an den bisher bekannnten erfolgreichen Einführungen von Telearbeit referiert wird, die wissenschftlich ausgewertet wurden.
Schlußfolgernd werden die zentralen Fragen der Telearbeit als einer der wichtigsten Schritte zur Virtualisierung von Unternehmen zusammengefaßt. Eine praxisorientierte Diskussion ist erwünscht!
Rückblick
In der Veranstaltung am 15.12.1998 berichtete Herr Johann Trümper, REFA-Verband, Darmstadt, über Aspekte zum Einsatz von Telearbeit in Klein- und Mittleren Unternehmen. Er führte aus, daß sich der effektive Einsatz von Telearbeit zu einem bedeutenten Produktivitäts- und Wettbewerbsfaktor für Unternehmen entwickelt. Durch den Einsatz modernster Kommunikationsmittel kommen immer höher qualifizierte Aufgaben für einen Telearbeitsplatz in Frage. Ein permanenter Wechsel zwischen dem Arbeitsplatz zu Hause und im Unternehmen hat sich dabei als optimal herausgestellt, um den sozialen Kontakt von Telearbeitern zum Unternehmen sicherzustellen.
Die Mitarbeiterführung muß durch die Formulierung von Arbeitszielen und Bewertung der Zielerreichung erfolgen. Aufgrund des Verlusts der unmittelbaren Verfügbarkeit von Mitarbeitern am Arbeitsplatz im Unternehmen und der Einführung einer neuen Unternehmensphilosophie mit einer weitgehenden ergebnisorientierten Führung neigt oft das mittlere Management dazu, Telearbeit nicht zu befürworten. Auch eignen sich nicht alle Mitarbeiter für diese Arbeitsweise bzw. ein häuslicher Arbeitsplatz steht nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Insbesondere müssen Telearbeiter selbständig und in besonderem Maße zuverlässig sowie vertrauenswürdig sein, sie müssen einen hohen Grad an Flexibilität aufweisen und nicht zuletzt müssen sie moderne Kommunikationsmittel effizient einsetzen können. Deshalb sollten für die Telearbeit nur Mitarbeiter in Frage kommen, die sich selbst einen Telearbeitsplatz wünschen und ihnen muß eine Rückkehr zum Unternehmensarbeitsplatz möglich sein.
Bei guter Planung bietet Telearbeit für alle Seiten eine Reihe von Vorteilen. Der Arbeitnehmer erreicht eine bessere Abstimmung zwischen Beruf und Familie sowie für sich eine Zeit- und Kostenreduktion. Der Arbeitgeber erzielt eine Qualitäts- und Flexibilitätssteigerung bei einer gleichzeitigen Kostenreduktion. Ein drastischer Abbau von Krankheitsfehlzeiten kann festgestellt werden. Durch die geringere Verkehrsbelastung wird die Umwelt geschont und insgesamt ein volkswirtschaftlicher Nutzen erzielt.
Um Telearbeit für alle Beteiligten erfolgreich einzuführen, bietet der REFA-Verband in Zusammenarbeit mit dem Institut FIM-Psychologie der Universität-Erlangen-Nürnberg eine Beteiligung an der Initiative zur "Implementierung von Telearbeitsstrukturen (IMPTEL)" in Klein- und Mittleren Unternehmen an. Der Referent, Herr Trümper (Tel. (06131) 685799), bzw. der REFA-Verband in Darmstadt beraten Sie hierüber gerne. Weitere Informationen finden Sie auch im Internet: www.imptel.odl.org.
REFA-Verband Tel: 06151/8801-155/-162 REFA-International Fax: 06151/8801-28 Wittichstraße 2 e-mail: REFA.Verband@t-online.de 64295 Darmstadt
Ansprechpartner sind: Dr. Hans-Dieter Schinner, Johann Trümper, Astrid Kleine.