Veranstaltungen 2001

Alle Veranstaltungen finden jeweils um 18.00 Uhr in der Universität Mainz, Institut für Informatik, Staudingerweg 9, Gebäude 2413, 5. Stock, Raum 514, statt.

Interessenten sind herzlich willkommen!

Lageplan


Dienstag, 27.11.2001:

Dipl.-Soz. Susanne Kraft
Institut für Soziologie
Technische Universität Darmstadt

Sozialer Wandel in Unternehmen

Aktuelle Ergebnisse aus dem empirischen Forschungsprojekt LOWANCO (Lernen in Organisationen, sozialer Wandel und Kommunikation) unter der Leitung von Frau Prof. Beate Krais an der TU Darmstadt in Kooperation mit drei deutschen, zwei schweizerischen und zwei österreichischen Unternehmen. Ausgangspunkt:

Sozialer Wandel in Unternehmen als Veränderung von Strukturen und Interaktionen unter besonderer Berücksichtigung von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und ihre Auswirkungen auf die soziale Praxis in der Arbeit.

Forschungsdesign und Methode

Fallstudie: Ein Tanker und sechs Schnellboote

Clash der Kulturen zwischen "Old" und "New":

Rückblick

In der Veranstaltung am 27.11.2001 stellte Frau Dipl.-Soz. Susanne Kraft Kraft, Institut für Soziologie der Technische Universität Darmstadt, aktuelle Ergebnisse aus dem empirischen Forschungsprojekt LOWANCO vor. Dieses steht für Lernen in Organisationen, sozialer Wandel und Kommunikation, und ist ein Projekt, das unter der Leitung von Frau Prof. Krais an der TU Darmstadt in Kooperation mit einem deutschen Großunternehmen und je zwei kleinen deutschen, schweizerischen bzw. österreichischen Unternehmen durchgeführt wird. Zentrale Frage ist: Wie konstituieren sich im Zuge gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen - Globalisierung, Wettbewerb und Internationalisierung -, interne Anpassungsprozesse in Unternehmen, die als "Lernen in Organisationen" bezeichnet werden können? Mit sozialem Wandel wird eine Dynamik in den Blick genommen, die durch Veränderungen in der zeitlichen Abfolge von sozialen Handlungen oder Strukturen, z.B. in Arbeitszusammenhängen oder Teams, gekennzeichnet ist. Der Vortrag fokussierte die Frage: Auf welchen Ebenen oder in welchen Dimensionen liegen die Veränderungen, die durch den Einsatz von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auftreten? Die These ist, dass es sehr viel stärker die sozialen Veränderungen sind – weniger die rein technologischen -, die das Geschehen als tiefgreifenden Wandel erfahren lassen.

Mittelpunkt des Vortrages stand das Großunternehmen: Der soziale Wandel ist hier sowohl auf externe Anstöße als auch auf interne Maßnahmen zurückzuführen. Im Selbstverständnis des Unternehmens handelt es sich um den Wandel vom Monopolbetrieb zum modernen Dienstleistungsunternehmen. Zentral ist die völlig neue Zusammensetzung des Personals: Neben langjährig Beschäftigten, die in der alten Kultur des Unternehmens heimisch waren, treten junge, frisch von der Universität rekrutierte IT-Spezialisten mit dem neuen Arbeitsstil der New Economy und eine Vielzahl von Beratern mit einer völlig anders geprägten Unternehmenskultur. Was heißt das für das Unternehmen, seine Arbeitsprozesse, seine Kultur, seine Effizienz – und was heißt das für die Individuen? Clash der Kulturen von "Old" and "New" – oder eine ganz neue Unternehmenskultur? Qualitative Interviews, Informationsgespräche und teilnehmende  Beobachtungen, die in unterschiedlichen Arbeitszusammenhängen durchgeführt wurden, können darüber Aufschluss geben.

Die Forschungsergebnisse lassen folgenden Schluss zu: "New Economy" definiert sich nicht nur über neue Informations- und Kommunikationstechnologien. Dieser Begriff steht nicht allein für ökonomische Veränderungen, sondern auch für einen sozialen Wandel. Dieser wird v.a. durch Globalisierung, neue Arbeitsweisen, Lernstrategien, Wissensmanagement und den Wettbewerb um Kompetenzen bestimmt und wirkt sich schon jetzt auf Beschäftigung und Personalmanagement aus. Die bisherige Analyse hat gezeigt, dass sich der soziale Wandel an vier Aspekten herausarbeiten lässt:

  1. Das professionelle Wissen muss in der arbeitsteiligen Organisation kommuniziert und koordiniert werden. Es ist sehr komplex, verändert sich schnell und ist mehr personenbezogen als dokumentenabhängig. Aus der neuen Personalzusammensetzung im Zuge der Reorganisation und durch den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien ist der Arbeitskontext komplexer geworden und zieht veränderte soziale Konstellationen nach sich.
  2. Es gibt ein Informationsparadox, d.h. es wird sowohl ein Informationsüberfluss als auch ein Informationsmangel festgestellt. Die Beschäftigten nutzen E-Mail und Internet unterschiedlich: Für die Erfahrenen stehen Dokumentation, Know-how-Transfer und fachliche Aufgaben im Vordergrund, weniger die interne Kommunikation. Die Neuen nutzen die Technologien stärker für die interne Kommunikation, weil ihnen noch das Wissen über Strukturen und Zuständigkeiten fehlt. Die Informationen fließen z.T. deshalb unkoordinierter, verursachen eine Informationsflut und die beiden Kommunikationskulturen korrespondieren wenig kompatibel miteinander.
  3. Mit der Abschaffung von Zeiterfassungssystemen entstehen Konflikte um Arbeitszeitstrukturen. Hier kollidieren die Zeitkulturen - um Kernarbeitszeiten und abendliche Meetings. Mithilfe von E-Mail und Intranet weichen die Arbeitszeiten auf und jeder kann theoretisch zu jeder Zeit und überall arbeiten, so dass eine stärkere Verzahnung von Arbeits- und Privatleben die Folge ist.
  4. Das Organisieren von Arbeit hat sich in einer enormen Weise verändert: Parallel zu Selbstorganisation, Teamentwicklung im Wettbewerb, Informationsflut und zunehmendem Arbeitsdruck fehlen Orientierungsmuster und Führungsinstrumentarien, die sich bewährt haben. In der Folge davon entstehen neue Unsicherheiten quer durch alle Mitarbeiterebenen.

Festzustellen ist: Hinter der Fassade des Unternehmens müssen sich die verschiedenen Akteure in einem Arbeitszusammenhang arrangieren, der mit traditionellen Vorstellungen wie einer straff geführten Armee oder eines eingespielten Orchesters wenig gemein hat. Die theoretische Polarisierung von "New" und "Old" als Arbeitskultur ist aufgehoben, weil die Veränderungen – insbesondere durch den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien - in der sozialen Praxis auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen wirken.


Dienstag, 30.10.2001:

Dipl.-Ing. Gregor Heinrich
Fraunhofer IGD, Darmstadt

Wissensmanagement mit Informationsportalen

Dokumente als Zugang zum Unternehmenswissen

Wissensmanagement und das Expertenproblem

Fallstudie

Ausblick

Rückblick

In der Veranstaltung am 30.10.01 berichtete Gregor Heinrich vom Fraunhofer Electronic Business Innovationszentrum über Wissensmanagement mit Informationsportalen. Mit einem solchen Portal soll das Unternehmenswissen und die darin begründete Innovationskraft zielgerichtet in einen Marktvorteil umgesetzt werden. Die Grundlage bilden Informationen, Wissen und Kompetenz. Das Wissen resultiert aus theoretischem Grundlagen und praktischen Erfahrungen, die ein Experte auf seinem Fachgebiet besitzt. Mit der Expertise wird gleichzeitig Kompetenz, Zuständigkeit und Verantwortung verbunden. Wissensmanagement bedeutet damit, die Verwaltung von Informationen, Wissen und Expertise.

In Unternehmen ist Wissen typischerweise vertikal durch die Unternehmenshierarchie organisiert. Daneben existiert ein vertikaler Austausch, z.B. zwischen verschiedenen Standorten, auf Projektebene oder durch informelle Netzwerke (Mund-zu-Mund-Propaganda). Schließlich verfügt jeder einzelne Mitarbeiter über sein Spezialwissen, welches er z.B. in Form von Veröffentlichungen weitergibt In einem Informationsportal soll dieses Unternehmenswissen unter Beteiligung aller Mitarbeiter in einen Kreislauf von Aufbau, Generierung und Zugriff eingebunden werden. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens findet jedoch oft bei Mitarbeitern nicht die notwendige Unterstützung. Deshalb sind zum einen Anreize zu schaffen, die die Mitarbeiter motivieren ihr Wissen einzubringen, zum anderen muss der zusätzliche Aufwand für die Mitarbeiter beschränkt sein.

Ein effektiver Ansatz von Informationsportalen ist, ausgewählte Textdokumente, Webseiten, Datenblätter usw. aus Projekten und Studien einzubringen. Der jeweilige Autor dieser Dokumente wird als Experte auf dem entsprechenden Gebiet angesehen. Dieses Skill-Management gibt Aufschluss darüber, welches Know-how bei Mitarbeitern zur Verfügung steht und mit welchen Themen einzelne Personen befasst sind. In dem entwickelten Informartionsportal erfolgt die Wissensgenerierung auf dieser Basis mit Methoden des Information Retrieval, damit wird ein semantisches Netz aufgebaut. Eine Selektion und Filterung ist mit intelligenten Softwareagenten, Analysemethoden vorgesehen. Die Auswertung erfolgt anhand inhaltlicher Ähnlichkeit, die über eine terminologische Ähnlichkeit hinausgeht. In einer Weiterentwicklung sollen auch Visualisierungsaspekte und dynamische Navigationsbäume eingebracht werden.

Folien zum Vortrag (im pdf-Format).


Dienstag, 26.6.2001:

Hannes Guddat
Abteilung "Kommunikation und Kooperation", Fraunhofer IGD, Darmstadt:

Audio-Streaming und virtuelle Audiopräsentation

Die Möglichkeiten der multimedialen Vernetzung wachsen exponentiell mit der steigenden technischen Reife und Verfügbarkeit von Netzwerktechnologien wie Internet und Mobilen Funknetzen. Hierzu sollen mit Fokus auf Audiokomponenten innovative Szenarien und neue Formen multimedialer Kommunikation vorgestellt werden und mit den Anforderungen und technischen Möglichkeiten in Diskurs gesetzt werden. Darüber hinaus stellt sich wie immer die Frage, welches realistische Szenarien der Zukunft sein werden und wie die Technik dem Menschen helfen kann, seine Lebensqualität zu verbessern.

Die Rolle der Aufnahme und Verarbeitung von akustischen Reizen im menschlichen Gehirn und die Wirkungsmechanismen auf das menschliche Bewusstsein ist eines der ungelösten Rätsel der Humanbiologie. Es soll für ein Verständnis der Bedeutung hochwertiger Audiodarbietungen, Geschichte und Erkenntnisse dieses schmalen Forschungsbereiches dargestellt werden. Verknüpfungen bestehen nicht nur zur Biologie und Informatik, sondern auch zu Neuen Medien und Architektur.

Rückblick:

In der Veranstaltung am 26.6.2001 stellte Herr Hannes Guddat, von der Fraunhofer Gesellschaft IGD, Darmstadt, neue Formen multimedialer Kommunikation vor. Der Schwerpunkt lag auf der Integration von Audiokomponenten in die Netzwerktechnologie wie Internet und Mobile Funknetze. Der Referent zeigte auf, dass Musik ein breiteres Spektrum als Sprache benötigt und mit welchen Modellen eine gute Kompression erreicht wird. Diese Modelle setzen auf dem MP3 Standard auf, dieser wurde von der Fraunhofer Gesellschaft entwickelt. Ziel ist, eine robuste Audioübertragung über IP-Netzwerke zu erreichen. Derzeit kann ein Verlust von bis zu 40% gut ausgeglichen werden. Herr Guddat demonstrierte die Güte der Audioübertragung an einigen ausgewählten Beispielen. Für eine kommerzielle Nutzung kooperiert seineArbeitsgruppe mit HR3. Auch wenn hier die Abrufraten im Vergleich zur terrestrischen Verbreitung noch gering sind, zeigt insbesondere die Resonanz aus dem Ausland das Interesse an einem derartigen Angebot. Darüber hinaus stellt sich wie immer die Frage, welche realistische Szenarien sich in der Zukunft bieten und wie die Technik dem Menschen helfen kann, seine Lebensqualität zu verbessern.


Dienstag, 22.5.2001:

Martin Börner
Motorola, Wiesbaden

Mobile Kommunikation

Von der zweiten Generation im Mobilfunk zu der dritten Generation (UMTS).

Der Trend zur mobilen Gesellschaft ist nicht mehr aufzuhalten. Mit der Akzeptanz des Mobilfunks in der Bevölkerung steigt auch der Anspruch an dieses Medium. Immer bessere Netzabdeckung und Sprachqualität sowie neue Applikationen werden vom Markt erwartet. Um den steigenden Ansprüchen gerecht zu werden, müssen höhere Übertragungsraten erreicht und neue Technologien eingeführt werden. Die Schritte vom GSM-Netz der zweiten Generation über GSM-GPRS als Zwischenstufe hin zur dritten Generation des Mobilfunks (UMTS) sind für die Weiterentwicklung der mobilen Kommunikation von essentieller Bedeutung. Motorola trägt dieser Entwicklung mit dem starken Einsatz von Engineeringressourcen für Infrastruktur und Mobiltelefone Rechnung. Als einziger Hersteller wird Motorola, um für die Zukunft gerüstet zu sein, GPRS-Mobiltelefone für alle Kundengruppen noch in diesem Jahr anbieten.

Rückblick

In der Veranstaltung am 22.5.2001 stellte Herr Alexander Sigle, von der Motorola GmbH in Wiesbaden, die zukünftigen Möglichkeiten des Mobilfunks vor. Die erste Generation des Mobilfunks, das „Global System for Telecommunication (GSM)“, wird seit 1992 genutzt und seit 1997 mit der Erweiterung um den Short Massage Service (SMS). Mit der Einführung der zweiten Generation, des „General Package Radio Service (GPRS)“ im letzten Jahr und Edge in diesem 2001, ergeben sich grundsätzlich neue Möglichkeiten. Diese werden als Zwischenstufen zu der dritten Generation dem neuen „Standard Universal Mobile Telecommunications System (UMTS)“ angesehen. Deren Einführung für 2002/3 erwartet wird.

Bisher stand die Telefonie im Vordergrund, Datendienste waren davon abgegrenzte spezialisierte Dienste. In der neuen Welt der digitalen Datendiensten wird dagegen Telefonie ein spezieller Dienst sein. Mit GPRS ist der Übergang zu einem paketorientierten Datenübertragung vollzogen, deshalb sehen viele dies als den revolutionären Schritt an, und nicht UTMS. Die Datenrate erhöht sich dabei von 9,6kbps (1. Generation) über 100kbps (2. Generation) nach bis zu 2 Mbps (3. Generation). Durch vier unterschiedliche Kanalcodierungen ist die Datenrate bei GPRS - je nach geforderte Übertragungsgenauigkeit von 9,6kbps bis zu 171kbps skalierbar.

Mit einer paketorientierten Datenübertragung kann eine ständige Verbindung aufrechterhalten, so dass dass Ab- und Anmeldezeiten nicht in die Abrechnung eingehen. Die Abrechnung könnte allein über die übertragene Datenmenge erfolgen. Ein Wechsel zwischen Datenübertragung und Telefonie ist jederzeit möglich. Durch die höhere Übertragungsrate sind persönliche multimediale Anwendungen realisierbar.

GPRS stellt damit:

Neue Anwendungen werden in Bereichen des Instant Messaging, von ortsabhängigen Informationsdiensten, E-Commerce, Spiele und Publikationen gesehen.

Motorola schätzt die GPRS Erfahrungen als in Muss für den Erfolg bei UMTS ein und hat dementsprechend alle Handsets damit ausgerüstet.

Gegenüber GPRS stellt UTMS sehr hohe Datenübertragungsraten zur Verfügung und ermöglicht damit datenintensive Anwendungen.

Folien zum Vortrag (pdf-Format).


Dienstag, 24.4.2001

Pia Steinbauer, Freie Journalistin, Gau-Algesheim und
Michaela Brauburger, Institut für Informatik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Webgrrls - ein Netzwerk für Frauen

webgrrls.de e.V. ist ein Business-Netzwerk für und von Frauen, die beruflich in den Neuen Medien und mit Neuen Technologien arbeiten.
Dank des Netzwerks können Frauen direkt und unkompliziert miteinander Kontakt aufnhmen. Es werden Geschäftsbeziehungen geknüpft, Jobs, Praktika und Aufträge vermittelt; der Erfahrungs- und Wissenstransfer erfolgt gezielt und aktuell.
Gegründet wurde das Netzwerk 1997. Neben einem Team in München sorgen mittlerweile 8 Regionalgruppen für die Verbreitung des Netzwerkgedankens.
Die Leiterinnen der Regionalgruppe Mainz-Wiesbaden stellen die Konzeption und die Arbeit des bundesweiten Netzwerkes vor.
Folien zum Vortrag (Powerpoint-Präsentation)

Rückblick

In der Veranstaltung am 24.4.2001 stellten Frau Pia Steinbauer und Frau Michaela Brauburger von der Regionalgruppe Mainz-Wiesbaden das Frauen Netzwerk "Webgrrls.de" vor. Dies ist ein Netzwerk für weibliche Fach- und Führungskräfte im Bereich der Neuen Medien in Deutschland. Die Idee ein solches Netzwerk zu gründen geht auf die New Yorker Web- Designerin und Unternehmerin Aliza Sherman zurück. Sie gründete mit sechs Frauen 1995 das Netzwerk "Webgrrls New York". Diese Idee wurde weltweit von vielen Frauen in den Neuen Medien aufgegriffen. So auch von Karin Maria Schertler in München, die 1997 "Webgrrls Deutschland" gründete. Das Netzwerk in Deutschland zählt über 6000 Frauen. Aufgrund der Größe und umfangreichen Aktivitäten wird das Netzwerkes ab Anfang dieses Jahres in Form eines eingetragenen Vereins geführt.

Grundgedanke des Business-Netzwerkes ist das "Geben und Nehmen" der Mitglieder zur gegenseitigen Förderung. Webgrrls.de steht allen Frauen offen, die in New Media Berufen tätig sind oder konkret eine Tätigkeit in diesen anstreben. Die Mitgliedschaft ist derzeit noch kostenlos.

Bei den webgrrls is der Name Programm! Neben dem Austausch im virtuellen Netzwerk wird ein "reales" Get together gepflegt. So auch in der Ende letzten Jahres gegründeten Regionalgruppe Mainz-Wiesbaden. Das Internet Angebot besteht aus Mailinglisten zu Kontaktaufnahme und Erfahrungsaustausch mit den Schwerpunkten Job, Business, Webentwicklung und Regionales. Ein monatlicher Newsletter und Nutzung des Member-Bereichs, der Site mit umfangreichen Wissens- und Erfahrungspool.

Ein öffentlicher Bereich ist ebenfalls auf der Site verfügbar, besuchen Sie diesen doch mal! webgrrls.de e.V.


Dienstag, 20.2.2001

Frau Tanja Löhr,
Fachbereich Bildende Kunst, Johannes Gutenberg-Universität, Mainz

Neue Schriften für's Internet! Warum?

Schrift im Internet hat grafisch betrachtet ein großes Problem. Die Bildschirmauflösung von 72 dpi macht so manchen Lesegang zum diffizilen Hürdenlauf.

Ein Grund für die mangelnde Anpassung an das neue Medium Internet liegt darin, dass die meisten Schriften speziell für den Buchdruck entwickelt wurden. Mit der Übertragung dieser Schriften auf den Bildschirm ergeben sich technische, sowie ästhetische Probleme, die in diesem Vortrag besprochen werden.

Darüberhinaus werden internetspezifische Schriftgestaltungen diskutiert und anhand einiger Beispiele aus dem WWW, wie dem neuen Internetauftritt des Fachbereichs Mathematik und Informatik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, verdeutlicht.

Rückblick

In der Veranstaltung am 20.2.2001 stellte Frau Tanja Löhr von dem Fachbereich Bildende Kunst der Johannes Gutenberg-Universität die Gestaltung von internetspezifischer Schrift vor. Frau Löhr zeigte die prinzipiellen Unterschiede zwischen der Hochauflösung bei Druckverfahren und der viel geringeren Auflösung eines Bildschirms. Die Gestaltungsmöglichkeiten von Schriften sind deshalb prinzipiell bei Druckverfahren und Bildschirmwiedergabe verschieden. Neben dem Aspekt der Gestaltung erwachsen hieraus Leseprobleme. Für das Internet sollten Schriften deshalb eine minimale Größe von 8 Punkten besitzen. Schriften mit 11 bis 13 Punkten sind sehr gut lesbar. Aufgrund der geringen Auflösung eines Bildschirms kommt es zu unscharfen Abbildungen von für Drucke entworfenen Schriften (Anti-Aliasing Effekt). Unterschiedliche Strichstärken können nicht wiedergegeben werden und es entstehen unschöne Lücken zwischen Buchstaben.

Sogenannte Screenfonts schaffen hier Abhilfe. Sie wurden speziell für die elektronische Ausgabe am Bildschirm entworfen. Screenfonts werden mit einer schwarz/weiß Bitmap definiert und besitzen deshalb eine scharfe Kontur, sie heben sich damit deutlich vom Untergrund ab. Die gestalterische Ausformung bestimmt der Schriftdesigner aufgrund der ästhetischen Vorgaben.

Neben der bekannten Gliederungsfunktion von Schriften sind im Internet eine Vielzahl von Schalt- und Funktionsflächen mit Schriften zu versehen. Diese müssen orientierungsgebend sein und leicht ein aktives Auswählen ermöglichen.

Ein Screenfont wird nicht als Systemfont installiert, sondern wird in die Web-Seite eingebunden und entsprechend vom Browser interpretiert. Diese Technik ist deshalb nicht beschränkt auf lateinische Schrift, sondern es können alle Schriftzeichen plattformunabhängig wiedergegeben werden. Zur Gestaltung von Screenfonts stehen eine Reihe von Web-Font-Tools zur Verfügung.

Diese medienspezifische Gestaltung ermöglicht eine Anpassung an die neue Form der Kommunikation und eine zielgerechte Navigation. Die Schrift wird zum Instrument des visuellen Ausdrucks und der Corporate Identity.

Eine von Frau Löhr entworfene gestalterisch anspruchspruchsvolle Schrift mit Screenfonts verwendete Sie bei Ihrem Beitrag. Diese Präsentation finden Sie hier: Folien zum Vortrag (html-Format).


Dienstag, 23.1.2001

Herr Wolf Nagel,
Arge M, Mainz

Arge M - Die Medieninitiative in Mainz

Die Medieninitiative M in Mainz ist eine lernende und lehrende, sich selbst organisierende Gemeinschaft von Menschen, Unternehmen und Institutionen. Zu dieser in Deutschland einzigartigen Initiative gehören Partner aus Medienwirtschaft, Wissenschaft und Politik. Die offizielle Gründung erfolgte am 04. September 1998 durch einen virtuellen Spatenstich.

M bündelt Kreativität, nutzt Synergien und realisiert gemeinsam Projekte, die ein Partner allein nicht verwirklichen kann. Es geht dabei nicht nur um Aufgaben, die von außen an M herangetragen werden, sondern vielmehr will M in einem gemeinsamen Denkraum selbst neue Ideen und Projekte entwickeln und heute schon Antworten auf die Fragen von Morgen finden.

Auch städtebaulich setzt M Akzente:
In diesem Jahr wird in Mainz ein hochmodernes Medienzentrum errichtet, in dem Unternehmen und Institutionen der Kommunikationsbranche optimale Arbeitsbedingungen vorfinden werden, Es wird offen sein für jeden, der sich für die Welt der Medien interessiert und es wird Investoren attraktive Anlagemöglichkeiten eröffnen. Das Medienzentrum M wird nicht nur ein idealer Ort zum Arbeiten sein, sondern auch ein Ort, an dem man sich gerne aufhält. Es wird in seinem Äußeren die Kreativität widerspiegeln, die in seinem Inneren pulsiert.

Rückblick:

In der Veranstaltung am 23.1.2001 stellte der Geschäftsführer von der New Identy AG, Herr Tilman Au, die Medieninitiative Arg M in Mainz vor. Diese Initiative wurde 1998 gestartet und ist ein Zusammenschluss von bis heute etwa 30 kleinen und mittleren Unternehmen aus nahezu allen Bereichen der Medienbranche, wie z.B. Film- und Fernsehproduzenten, Postproduktionsfirmen, Print-und Musikverlage, PR- und Werbeagenturen, Internet- und Multimedia-Spezialisten, Software-Entwickler und Consultingfirmen. Zusätzliche haben sich assozierte Mitglieder, wie z.B. der Deutsche Kinderdienst, Jugendschutz.net, Landesfilmdienst Rheinland-Pfalz angeschlossen.

Damit ist ein Pool von kreativem Synergiepotential in On- und Off-Line-Medien entstanden. Die Partner von M arbeiten dabei gleichberechtigt zusammen, um Kunden eine gemeinsame Kommunikations- und Arbeitsplattform für Projekte zu bieten. Arge M eröffnet den Zugang zu allen innovativen Möglichkeiten der modernen Medienwelt und bietet damit alle denkbaren Kommunikationsleistungen aus einer Hand. Ein gemeinsames Projektbüro zur Koordination, Durchführung von Events, Betreuung der Mitglieder und Akquisition neuer Mitglieder wurde eingerichtet.

Ein gemeinsam durchgeführtes Projekt ist z.B. die Mainzer Mall. Diese Internetseite wurde von Apple Computers zur "Highlight Website des Monats" gewählt. Diese Auszeichnung unterstreicht die internationale Bedeutung, die diesem Projekt zukommt. Dass dieses Projekt weit über die Region hinaus wahrgenommen wird, zeigt auch die Resonanz etlicher Interessenten, die schon wegen der Einrichtung einer weiteren Mall bei M angeklopft haben.

Zur Kommunikation betreiben die Unternehmen ein Extranet. Derzeit haben die Firmen ihren Sitz an verschiedenen Standorten in Mainz und Umgebung. Mit der Errichtung eines Medienzentrums in diesem Jahr setzt Arg M städtebauliche Akzente. Das Bauvorhaben umfasst 60.000 m² Büro-, Produktions- und Schulungsfläche für mehr als 40 Unternehmen mit ca. 900 Mitarbeitern. Als Medieninitiative schafft M somit Arbeitsplätze und stärkt den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz.
Folien zum Vortrag (pdf-Format).