Bachelor of Science
Motivation
In der Informatik hat sich bereits einerseits ein gut abgesichertes, stabiles theoretisches Fundament herausgebildet. Die große Dynamik in Praxis und Anwendungen der EDV führt jedoch andererseits dazu, dass Paradigmen, Methoden und Techniken ständig weiter entwickelt oder sogar erneuert werden. Um hier im Beruf auch über längere Zeit bestehen zu können ist die Fähigkeit, sich immer wieder Neues anzueignen und selbstständig Neues zu entwickeln, von essentieller Bedeutung. Daraus ergibt sich, dass ein berufsqualifizierendes Studium vor allem eine solide wissenschaftliche Grundlage vermitteln muss, die den notwendigen Bezugsrahmen schafft, in dem neue Techniken und Methoden verstanden und sinnvoll umgesetzt, aber auch selbstständig geschaffen werden können. Eine tiefe Spezialisierung in den wissenschaftlichen Grundlagen oder in einem speziellen Praxisbereich ist für einen Großteil der auszubildenden Fachkräfte weniger wichtig, so dass ein kurzer, aber wissenschaftlich fundierter Bachelor-Studiengang hier der richtige Weg ist.
Unser Konzept trägt dieser Situation Rechnung durch die Kombination eines hohen Anteils an Lehrveranstaltungen in Mathematik und Theoretischer Informatik (etwa ein Drittel) einerseits, mit einer frühen und stark ausgeprägten Praxisorientierung (Softwarepraktikum schon in der ersten Studienhälfte, Betriebspraktikum) andererseits. Dabei liegt der Schwerpunkt bei der Softwareentwicklung und es besteht die Möglichkeit einer starken Orientierung auf einen selbst gewählten Anwendungsbereich.
Ziele
Fachliche Lehrziele des Studiengangs sind vor allem die Vermittlung:
- fundierter Kenntnisse in den mathematischen und theoretischen Grundlagen der Informatik
- wissenschaftlich begründeter Methoden des Softwareentwurfs und der Fähigkeit ihrer praktischen Anwendung in gesellschaftlicher Verantwortung
- von Kenntnissen über und Erfahrung im Umgang mit modernen Programmiersprachen, Software- und Datenbankentwicklungsumgebungen
Dabei wird jeweils besonderer Wert auf die praktische Umsetzung der gelernten Methoden in realen oder realitätsnahen Anwendungen gelegt. Darüberhinaus sollen die Studierenden die Kompetenz erwerben,
- sich weitere Themen der Informatik selbstständig zu erarbeiten
- in einem Team gemeinsam Lösungen zu entwickeln
- Arbeitsergebnisse strukturiert und verständlich vorzustellen
Voraussetzungen
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Ein erfolgreiches Studium der Informatik setzt die Fähigkeit sowohl zu einer mathematischen, formalen abstrakten, wie auch einer anwendungsbezogenen praktischen Arbeitsweise voraus. Gute Kenntnisse der englischen Sprache erweisen sich im Laufe des Studiums der Informatik als unentbehrlich.
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Erfahrungen im Umgang mit Hard- und Software von Rechnern sind von Vorteil, sie können im Rahmen der Einführungsveranstaltungen erworben werden. Programmierkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.
- Die Arbeit von Informatikerinnen und Informatikern erfolgt häufig im Rahmen größerer Teams. Es sollten deshalb die Bereitschaft und Fähigkeit zur Teamarbeit vorhanden sein.
Studienaufbau
Der Bachelor-Studiengang vermittelt gründliche Kenntnisse der Informatik. Das Studium soll zur Fähigkeit führen, die fachlichen Zusammenhänge zu überblicken und zur Lösung von Problemstellungen geeignete wissenschaftliche Methoden auszuwählen und sachgerecht anzuwenden. Besonderes Gewicht liegt auf der Vermittlung praxisrelevanter Kenntnisse und Fertigkeiten.
Die Studieninhalte orientieren sich dabei an typischen Einsatzbereichen eines Informatikers. Darüber hinaus vermittelt das Studium Schlüsselqualifikationen in Team und Kommunikationsfähigkeit sowie Kenntnisse im Informationsmanagement.
Das Studium des Faches Informatik ist so angelegt, dass es einschließlich der Bachelor-Abschlussarbeit am Ende des dritten Studienjahres abgeschlossen werden kann (»Regelstudienzeit«).
Für den Studiengang ist einschließlich des Betriebspraktikums von einer Gesamtsemesterwochenstundenzahl für Pflicht- und Wahlpflichtlehrveranstaltungen von 120 Semesterwochenstunden (SWS) auszugehen. In welchem Umfang und wann die Pflicht- und Wahlpflichtlehrveranstaltungen zu besuchen sind, ist in der Bachelor-Prüfungsordnung und in der Studienordnung festgelegt.
Der Kernbereich wird von den Studierenden in den ersten drei Semestern absolviert und umfasst Lerninhalte der Informatik und Mathematik, die unabhängig von den gewählten Schwerpunkten notwendig sind. Diese Schwerpunktfächer und weitere Pflichtmodule werden im vierten bis sechsten Semester belegt. Die Bachelorarbeit mit einem Thema aus einem der Schwerpunkte ist für das sechste Semester vorgesehen.
Grundstudium
1. - 3. Semester
- Erlernen der mathematischen und theoretischen Grundlagen, der methodischen Grundlagen der Programmierung und der gängigen Programmiersprachen
- Zwischenprüfung in Form von studienbegleitenden Prüfungen (Credit Points)
Hauptstudium
4.-6. Semester
- Vertiefung in den gewählten Schwerpunkten
- Wahl des Anwendungsfaches
- Betriebspraktikum
- Hauptprüfung in Form von studienbegleitenden Prüfungen (Credit Points)
- Bachelorarbeit und mündliche Abschlussprüfung
Schwerpunkte
Schwerpunkte können aus folgenden Bereichen gewählt werden:
- Computergrafik,
- Internettechnologie,
- Modellbildung und Simulation,
- Soft-Computing,
- Datenbanken,
- Compilerbau
Credit Points
Die erforderlichen Leistungsnachweise und bestandenen Prüfungsleistungen sind nach der Prüfungsordnung mit Kreditpunkten versehen, um die Vergleichbarkeit mit anderen Bachelor-Studiengängen im internationalen Bereich zu erhöhen.
Die genaue Verteilung der Kreditpunkte ist der Prüfungsordnung zu entnehmen.
Für die 120 SWS des Bachelorstudiums erhält man ca. 180 Kreditpunkte nach dem European Community Credit Transfer System (ECTS). Die jeweiligen Kreditpunkte werden bei der Ankündigung der Veranstaltungen mit bekannt gegeben.
Berufsaussichten
Absolventinnen und Absolventen werden in nahezu allen Bereichen gesucht, in denen Computer- und Informationstechnologie zum Einsatz kommen.
Dies gilt sowohl für Forschung und Lehre als auch im Dienstleistungsbereich von Banken, Versicherungen, Industrie, Unternehmensberatungen und Verwaltungen.
Darüber hinaus entwickeln sich gerade im Hochtechnologie- und Medienbereich fortlaufend neue Aufgabenfelder, in denen fundierte Informatikkenntnisse benötigt werden.